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    Fasching - die tollen Tage    
    Mittlerweile werden die berühmten drei tollen Tage des Fasching an vier Tagen gefeiert:
Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Veilchendienstag waren früher als die drei tollen Tage bekannt, bis nach 1823 der Rosenmontag durch die Einführung des Rosenmontagszuges in Köln an Popularität gewann und die tollen Tage von nun an insgesamt vier Tage umfassten, wobei der Veilchendienstag etwas an Bedeutung verlor.

Altweiberfastnacht / Altweiber / Weiberfastnacht
Der Donnerstag vor Aschermittwoch ist seit dem Mittelalter der Karnevalstag der Frauen. - Damals wurden Sie vom Stadtrat zu Tanz und Festessen eingeladen. Später wurde das Fest von den Frauen selber gestaltet. Heutzutage wird das Rathaus gestürmt und der Stadtschlüssel wird vom Bürgermeister an die Frauen übergeben, womit zum Ausdruck gebracht werden soll, dass die Frauen an diesem Tag das "Regimenet" übernehmen. Die Frauen ziehen verkleidet durch die Straßen und schneiden den Männern die Krawatten ab.

Karnevalssonntag
Der Karnevalssonntag wird auch mit Estomihi oder großer Fastabend bezeichnet.

Rosenmontag
Der Fastnachtsmontag wurde erst nach 1823 als Rosenmontag bezeichnet. Im Jahr 1823 wurde vom planenden Komitee in Köln, welches am vierten Fastensonntag (Laetare oder Rosensonntag) tagte, erstmals ein Karnevalsumzug für den Montag nach dem Fastnachtssonntag organisiert. Aus dem Tagungstag des Gremiums in Verbindung mit dem Veranstaltungstag des Umzuges entstand schließlich hierzulande der Begriff Rosenmontag bzw. Rosenmontagsumzug.

Fastnachtsdienstag / Veilchendienstag
Der Fastnachtsdienstag wird auch als "die echte Fastnacht" bezeichnet, weil der Karneval in der Nacht vor der Fastenzeit um 24 Uhr endgültig vorbei ist. Rund um das Ende der Fastnacht gibt es viele verschiedene Bräuche und Rituale - je nach Region: So wird beispielsweise eine Strohpuppe ins Wasser geworfen oder symbolisch verbrannt. Zu früheren Zeiten wurde ein Kind ausgewählt, welches die Fastnacht verkörperte. Dieses Kind wurde von den anderen "gejagt" und anschließend mit lautem Radau unter Stroh und Heu "begraben". Nach diesem Ritual ging man zum "Leichenschmaus" und genoss das letzte Essen mit Fleisch und Schmalz vor der Fastenzeit.
   
    Rosenmontagsumzüge an Fasching    
   

Bereits seit dem 15 Jahrhundert werden am Rosenmontag an vielen Orten Maskenumzüge durchgeführt. Seit dem 19. Jahrhundert steht vor allem die Politik im Fokus der Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf oder Mainz. - Das Rheinland wurde 1806 von Napoleon besetzt und die Menschen halfen sich damit, während der Umzüge über die Besatzer herzuziehen. Unterstützt wurde dieses Aufbegehren durch die "Verkleidung" der Leibgarde des Karnevalsprinzen. Die Uniformen der Leibgarde ähnelten denen der Stadtsoldaten oder der Bürgerwehr. Heute wird bei den Rosenmontagsumzügen mit aufwändig gestalteten Festwagen mit riesigen Pappmascheefiguren bestückt satirisch/ironisch/komisch auf Missstände im Land hingewiesen.

Bei den Rosenmontagsumzügen werden die Festwagen und Fußgruppen von den Zuschauern, die links und rechts die Straße säumen, bejubelt. In Köln und Aachen mit dem "Schlachtruf" Alaaf. Helau heißt es hingegen in Mainz, Düsseldorf und in den meisten anderen deutschen Städten und Gemeinden. Wo gut "gebrüllt" wird, werden die Zuschauer in der Regel mit Süßigkeiten belohnt, die von den Wagen geworfen werden. Ursprünglich wurden nur Karamellbonbons geworfen, weshalb auch heute noch oft "Kamelle" gerufen wird, um die Freigiebigkeit der Narren auf den Wagen zu erhöhen.

   
    Fasching Worterklärung    
   

Im bayerisch-österreichischen Raum und in Süddeutschland wird Fastnacht / Karneval mit dem Begriff Fasching bezeichnet. Im 13. Jahrhundert gab es die Bezeichnungen "vaschanc" oder "vaschang". Mit "vastschanc" wurde das Ausschenken des Fastentranks beschrieben. Daneben gibt es Überlieferungen des Freudenrufs "Oho, vaschang!". Im 17. Jahrhundert erfolgte eine Anpassung auf die Wörter mit -ing und aus "vaschang" wurde "vasching".