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    Fasching - Geschichte    
    Ursprünglich handelte es sich bei der Fasching ( auch: Karneval oder Fastnacht ) um ein rein katholisches Fest. Mit Fastnacht wurde die Nacht vor Aschermittwoch bezeichnet, also die Nacht vor Beginn der Fastenzeit. Karneval wurde also früher an dem Dienstagabend begangen, wo noch einmal so richtig Fleisch verzehrt werden konnte.

Im 13. Jahrhundert wurde die Karnevalszeit ausgedehnt und erstreckt sich von da an bis heute, vom Donnerstag bis zum Dienstagabend vor Aschermittwoch. Bereits lange Zeit vor dem 13. Jahrhundert wurde im Vorfrühling ein Fest mit Masken, Mummenschanz, Geschrei und Getöse gefeiert, um den Winter auszutreiben - Wind, Sturm, Kälte und Nebel sollten dabei vertrieben werden. Von diesem Fest ist der Brauch übrig geblieben, sich an Fasching zu verkleiden und Radau zu machen.
   
    Närrische Zeit und Fasching    
    Die Karnevalszeit beginnt seit dem 19. Jahrhundert am 11.11. um 11.11 Uhr. Die Zahl Elf gilt als Narrenzahl und eignete sich damit besonders gut. - Der Ruf der Elf als Narrenzahl liegt darin begründet, dass die Elf als Überschreitung der von Gott gegebenen Zehn Gebote gesehen wurde. Da im Mittelalter jeder als Narr angesehen wurde, der die Zehn Gebote überschritt, wurde die Elf zur Kennzahl aller Narren. Hinzukommt, dass nach dem 11.11. ( Martini / St. Martin ) früher die Winterfastenzeit begonnen hat und am letzten Tag vor der Fastenzeit die Welt noch einmal "auf den Kopf gestellt" wurde, ähnlich wie am letzten Abend vor Aschermittwoch.

Mit Beginn der Fastnacht werden der Karnevalsprinz gewählt und einige Bräuche - wie das Fastnachterwecken - belebt.

Wenn das Dreikönigsfest am 06. Januar vorbei ist, ist offizieller Start der närrischen Zeit. - Ab dem 07. Januar werden Karnevalssitzungen und Bälle veranstaltet.
   
    Alte Fastnacht           Fasching im Kloster    
    Die Fastenzeit beginnt seit dem 11 Jahrhundert (Synode von Benevent 1091) am Aschermittwoch und umfasst einen Zeitraum von 40 Tagen. Bei dieser Rechnung werden die sechs Sonntage nicht mitgezählt, da diese keine Fastentage sind. Vor dem 11. Jahrhundert wurde auch an den Sonntagen gefastet. - Zu dieser Zeit fing die Fastenzeit nämlich erst später an, am Dienstag nach dem heutigen Aschermittwoch. In einigen Regionen hielten vor allem die Bauern an dieser Regel fest. - Aus diesem Grund wird heute noch in Baden oder in der Schweiz die "Bauernfastnacht" oder "Alte Fastnacht" gefeiert, wenn die Fastenzeit eigentlich bereits begonnen hat.           In den Klöstern wurde ebenfalls Fastnacht gefeiert und zwar nicht nur von den Männern, sondern auch bei den Stiftsfrauen und Nonnen. Vieles was im normalen Klosteralltag verboten war, war zu dieser Zeit erlaubt. - So gibt es Berichte aus dem Jahr 1729 von einer Nonne aus einem rheinländischen Kloster, in denen die Rede von Schokolade, Tee, Kaffee, Glücks- und Kartenspiel bis in die frühen Morgenstunden ist. Visitationsprotokolle aus dem 16. und 17. Jahrhundert stellen gleichfalls übervoll gedeckte Speisetafeln, Wein und Tanz kritisch heraus. In Kölner Klostern sollen sich die Mönche und Nonnen im 16. Jahrhundert auch verkleidet haben.    
    Schwäbisch-alemannische Fastnacht           Alpenländer - Fasching    
    Zwischen Neckar und Bodensee werden ebenfalls am Rosenmontag Umzüge veranstaltet. Die Tradition der so genannten Narrenmärsche gibt es bereits seit dem Mittelalter. Mit unheimlichen Masken ziehen Hexen, Teufel oder Tiere durch die Straßen und machen mit Rasseln, Peitschen oder Schellen laut auf sich aufmerksam. Dabei haben die Narrengruppen verschiedene Rufe, wie zum Beispiel "Narri-Narro". Rufen die Narren "Narri" müssen die Zuschauer mit "Narro" antworten, dann gibt es die begehrten Süßigkeiten als Belohnung. - Bei der falschen Antwort kann auch schon einmal Sägemehl geflogen kommen.           In den Alpenländern herrscht zu Fasching die Hexe Perchta. Dabei verkleiden sich Männer als böse oder gute Hexen und ziehen an Fastnacht beim so genannten "Perchtenspringen" mit Rasseln und Ketten lärmend durch die Orte. - Die guten Perchten sind an Frauenmasken zu erkennen. Sie verteilen Süßigkeiten und Früchte. Bei den bösen Perchten, die Teufelsmasken tragen, muss man sich vor dem Blasebalg in Acht nehmen, damit blasen sie den Zuschauern Asche oder Ruß ins Gesicht.