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Einen Karnevalskönig zum Regieren des Narrenreichs gab es bereits im Mittelalter. Da es sich alleine schlecht regierte, war auch damals schon ein närrischer Hofstaat mit von der Partie. Dieser Tradition folgend gibt es den heutigen Elferrat, die Tanzgemeinschaften, die Karnevalsgarden und viele weitere.
Darüber hinaus gab es früher den Schalknarren, einen "normalen" Menschen, der einen geistig oder körperlich Behinderten darstellten. Der Schalknarr war damals kahl geschoren. Zu seinen Utensilien gehörte die Narrenkappe (Eselsohren, Hahnenkamm), eine Schelle und eine geteilt gefärbte Kleidung (Mi-parti). Der Schalknarr stand als Versinnbildlichung des Gottesleugners, der von Nächstenliebe keine Kenntnis besaß und sich der egomanischen Eigenliebe hingab. Die klingende Schelle symbolisierte in diesem Zusammenhang nach der Epistel des Karnevalssonntags die Lüsternheit (lat. Cupido).
In Ergänzung zum Schalknarren gab es Teufel, Hexen und Riesen, die allesamt für die dämonischen Mächte stehen und als Verführer der Welt angesehen wurden. Gemeinsam bildeten die vier Figuren die so genannte Cupido-Gemeinschaft der Ungläubigen. Der Teufel wurde eindeutig dem Reich des Teufels (civitas diaboli) zugeordnet. Den Hexen, wobei es sich überwiegend um Frauen handelte, wurde nachgesagt, sich auf den Teufel eingelassen zu haben und geschlechtlich mit ihm aktiv zu sein. Die Riesen wurden im Mittelalter als Normbrecher angesehen, weil sie die von Gott geschaffene Größenordnung überschritten und damit die göttlichen Gebote übertraten. Darüber hinaus gehörten auch die Träger von Fleckenkostümen zu den Repräsentanten der bösen Welt - die Flecken auf der Kleidung wurden als Symbol für die Sündenbefleckung der Menschen gesehen.
Zu Barockzeiten gab es die Weißnarren, die mit Schönmasken verkleidet waren und so die Vergötzung des menschlichen Körpers demonstrierten, was mit der Verderbtheit der Seele gleichgesetzt wurde. |
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Der Tradition konsequent folgend orientierte sich die Vielfalt der Kostüme in moderneren Zeiten ebenfalls an den "Feinden des Christentums", worin Karnevalskostüme wie Chinese, Cowboy, Indianer und Neger ihren Ursprung haben. |
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Im rheinischen Sitzungskarneval des 19. Jahrhunderts wurde der Elferrat eingeführt, der das Tribunal der Jakobiner karikiert und dem Narrengericht / Rügegericht vorsteht. Der Elferrat besteht wie der Name sagt aus 11 Narren, wobei auch hier (wie beim Karnevalsbeginn am 11.11. um 11.11 Uhr) die Bedeutung der Zahl Elf als Narrenzahl eine Rolle bei der Entstehung gespielt hat. |
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Karnevalskostüme |
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