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Um den Beginn der Fastnacht öffentlich zu demonstrieren, gibt es verschiedene Bräuche. Ein weit verbreitetes Ritual ist beispielsweise das Fastnachterwecken, wobei häufig eine Strohpuppe verwendet wird, die den Karneval personifizieren soll. Diese Strohpuppe wird dann aus einem Brunnen gezogen, aus einem Grab geholt (Fastnacht ausgraben) oder vor der Stadt abgeholt. Zusammen mit dieser "Auferweckung" wird oft eine erste Karnevalsrede gehalten, wobei die Notwendigkeit herausgestellt wird, aufgrund der Narrheit der Welt mit närrischer Weisheit ein neues Reich zu bilden. Dabei geht es feucht-fröhlich zu - mit Schunkeln und dem Singen von Karnevalsliedern. - Das Fastnachtserwecken wird in der Regel mit Beginn des Karnevals am 11.11. durchgeführt.
Besonders in Süddeutschland gibt es den Brauch zum Fastnachtsanfang einen so genannten Narrenbaum aufzustellen, der als Symbol steht und die Geltung der Narrenfreiheit für alle sichtbar anzeigt. - Die Errichtung der Narrenbäume erfolgt meist erst am Karnevalsdonnerstag / Weiberfastnacht. |
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Zu den Fastnachtssitten im Sinne von Spott- und Rügebräuchen zählen neben Beschimpfung, Verspottung durch Nachahmung und ähnliches auch die Narrengerichtsverhandlungen - also Rügegericht oder Narrengericht.
Beim Narrengericht wird ein vermeintlicher "Angeklagter" vorgeführt und muss sich verteidigen. Wie beim richtigen Gericht werden Zeugen vernommen und letztendlich ein Urteil gesprochen. |
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Die symbolische Schlüsselübergabe des Rathauses oder der Stadt an den Prinzen Karneval oder an die Frauen zu Weiberfastnacht gehört als festes Ritual zum rheinischen Karneval. - Die Übergabe eines Schlüssels ist immer ein äußeres Zeichen einer Machtübergabe an einen Mächtigeren oder an einen Nachfolger. In der Narrenzeit bringt die Schlüsselübergabe symbolisch die zeitlich beschränkte Geltung des Narrenrechts zum Ausdruck. |
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Seit es Anfang des 19. Jahrhunderts zur Reform des Karnevals gekommen war, wurden die Versammlungen der Mitglieder (zunächst nur Männer) eines Karnevalsvereins als Karnevalssitzung bezeichnet. Bei diesen Zusammenkünften gab es - natürlich mit dem gleichzeitigen Genuss von Bier, Wein und gutem Essen - amüsante Vorträge und es wurden sentimental-freche Lieder und Karnevalslieder gesungen. Im Laufe der Zeit übernahmen die Redner auch optisch die Rolle, die sie zum Besten gaben. In der weiteren Entwicklung der Karnevalssitzung kam es dazu, dass die Bütt zum Ort des Vortragens der Büttenrede durch den Büttenredner wurde und die Sitzung durch den Elferrat geleitet wurde. Der Elferrat mit Narrenkappe als Vorstand der Karnevalssitzung parodiert spöttisch die Jakobiner während der Französischen Revolution. Irgendwann wurden dann auch Frauen zugelassen und es entstanden sogar eigene Frauensitzungen. |
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Bütt, Büttenrede und Büttenredner |
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Der Genuss von Eiern fiel in früheren Jahrhunderten unter das Fastengebot, weil Eier als flüssiges Fleisch angesehen wurden. Aus diesem Grund wurden an Fastnacht die so genannten Fastnachtshühner abgegeben und verzehrt. - So kam es zu einer drastischen Einschränkung in der Eierproduktion während der Fastenzeit. Die Eier, die trotzdem in der Fastenzeit anfielen, wurden gesammelt und aufbewahrt. Einen Teil der Eier hat man hart gekocht, gefärbt und für die österliche Eierweihe benutzt. Die anderen Eier wurden am Ostermontag zu Eierspielen verwendet. Es gibt Belege dafür, dass um 1500 das Eierwerfen ein Fastnachtsbrauch in Nürnberg war. |
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