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In Belgien gibt es verschiedene Karnevalshochburgen mit unterschiedlichen Highlights:
Der "Bal du rat mort" (deutsch: Ball der toten Ratte) wird alljährlich im Kasino von Oostende gefeiert und ist mit rund 4000 Besuchern der größte Maskenball in Europa. (Die Oostender werden auch als Ratten bezeichnet, wobei niemand genau weiß, warum das so ist.)
In der Stadt Binche findet am Fastnachtssonntag ("Dimanche Gras") ein Umzug statt, wo Männer als Frauen ("Binchous") verkleidet und Frauen als Männer ("Mam'zèles") verkleidet, begleitet von Violen und Trommeln, durch die Straßen tanzen. Am Fetten Dienstag ("Mardi Gras") füllen die Gilles, die symbolisch für die Erneuerung des Lebens und Fruchtbarkeit stehen, schon 7 Uhr in der Früh die Straßen. Die Maske der Gilles ist allein den Männern vorbehalten. - Der Kopf des Gille wird wie bei einer Mumie mit weißen Bandagen gewickelt, dazu trägt er um den Hals eine plissierte Krause und um die Taille einen schweren Gürtel mit Schellen. Die Kostüme selber bestehen aus einem groben Leinenstoff, sind mit den belgischen Landesfarben und Wappenlöwen geschmückt und mit Strohbüscheln ausgestopft. So ausstaffiert sehen die Gilles von Vorne wie das Michelin-Männchen und von hinten wie der Glöckner von Notre-Dame aus. Um das Gesicht zu verbergen, tragen Gilles Wachsmasken mit Kinn- und Backenbart und grüner Brille. Die Masken fallen erst am Mittag vor dem Rathaus. Nachmittags zieht ein weiterer Zug der Gilles durch die Straßen. Diese tragen keine Masken mehr und haben Straußenfederhüte auf dem Kopf. Vor Karneval sichern die Einwohner ihre Fassaden und Fenster mit Maschendraht, weil die Gilles Apfelsinen unter das tobende Volk werfen. Das Obst gilt als Geschenk, deshalb ist das Zurückwerfen verpönt. Das Apfelsinenwerfen soll auf alte Fruchtbarkeitsrituale zurückgehen. Das Fest endet mit Tanz und Feuerwerk auf dem Grand-Place. |
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