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Purim - das Losfest - ist ein Freudenfest der jüdischen Religion, bei dem sich Kinder und Erwachsene wie beim Karneval verkleiden, Masken tragen und Lärm machen. Die Entstehung von Purim geht auf das alte Testament zurück, wo zum ersten Mal über eine Judenverfolgung, die um 470 vor Christus im Perserreich stattgefunden hat, berichtet wird. In der Geschichte geht es um den Juden Mordechai (auch: Mardochai), der sich geweigert hatte, den Perserkönig Xerxes (auch: Artaxerxes) wie einen Gott zu verehren, da er als Jude nur an einen einzigen Gott glaubte und auch nur diesen Gott anerkannte. Der höchste Minister von Xerxes - Wesir Haman - wollte aus diesem Grund alle Juden umbringen lassen. Mordechai selber sollte das Los (persisch = pur) werfen, das den Tag für die Tötung festlegte. Die Königin Esther jedoch war auch Jüdin und so setzte sie sich für ihr Volk ein, indem sie mit ihrem Mann über die Pläne von Wesir Haman sprach. Der König wurde wütend und verurteilte daraufhin Haman zum Tode und Mordechai zu seinem neuen Wesir. Durch die Klugheit und den Mut Esthers wurde das jüdische Volk gerettet.
Das Purim-Fest beginnt damit, dass in den Synagogen in der Nacht und am Morgen die Geschichte über die Judenrettung aus dem Buch Esther (hebräisch: Megillat Esther) vorgelesen wird. Jedes Mal, wenn in der Geschichte der Name des Wesirs Haman fällt, dürfen die Kinder mithilfe von Stöcken und Ratschen Krach machen, damit der Name übertönt wird. Nach der Synagoge wird Purim mit einem fröhlichen und ausgiebigen Festmahl gefeiert. Speziell zu Purim gibt es süßes Gebäck, wie die Haman-Taschen in dreieckiger Form, die mit Mohn und Honig gefüllt sind oder die Haman-Ohren. Bei den Purimspielen werden die Geschichte von Esther oder andere Bibelgeschichten aufgeführt. Am Ende der Purim Feierlichkeiten werden von den Kindern Haman-Puppen verbrannt oder an einem Galgen erhängt.
Die Parallelen zwischen Karneval und Purim sind eindeutig: So gibt es bei den jüdischen Feierlichkeiten den Purim-Rabbiner als Pendant zum christlichen Narrenkönig. Frauen sind an diesem Tag - im Gegensatz zur sonstigen Zeit - religiös gleichberechtigt und dürfen deshalb auch neben ihren Männern in der Synagoge sitzen, was eine gewisse Ähnlichkeit zur Weiberfastnacht aufweist. Politisch-sozialer Frust darf an Purim zum Ausdruck gebracht, Tabus können überschritten und Rollen getauscht werden. Jedermann kann in eine andere Maske schlüpfen und an diesem Tag jenseits der ansonsten geltenden Normen (natürlich in einem vertretbaren Rahmen) leben. |
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